Warum Schach Spielen?Eine nicht ganz unberechtigte Frage im Zeitalter des Computers und Schachprogrammen, die fast nur noch von den Besten der Welt besiegt werden können.
Ausserdem kann ich das Ding ausschalten wenn es am gewinnen ist, es gibt keine Widerworte, raucht nicht, stöhnt nicht, steht immer zur Verfügung und braucht auch sonst nicht viel ...
... ABER
es leidet auch nicht, wenn ich gewinne, es freut sich nicht, es macht keine dummen Sprüche, es kann mit mir nicht feiern, traurig sein, und vieles mehr nicht ...
Schach braucht den Kontakt.
Wo sonst kann der Professor vom Studenten herausgefordert werden,
sind König und Untertan gleichberechtigte "Gegner" (wobei es doch "Partner" heissen sollte),
kann der Längere den Kürzeren ziehen,
ist es egal ob reich oder arm, Nobelpreisträger oder ein einfacher Mensch wie ich,
10 Jahre oder 100 Jahre, oder ... oder ... oder
am Brett sind alle Menschen gleich!
Schach ist die Herausforderung an sich selbst.
Es schult die Konzentration, lehrt mit Würde zu verlieren (manchmal) und noch wichtiger: mit Würde zu gewinnen (hoffentlich öfter). Für eine kurze Zeit kann man die Welt um sich herum vergessen, taucht hinein in das Universum der Figuren, die sich auf meinen Befehl hin bewegen und doch manchmal ein Eigenleben zu haben scheinen.
Und um Schach zu spielen brauche ich nicht viel. Ein Brett und Figuren, vielleicht eine Schachuhr und das ist es auch schon. Ob im Zug, im Biergarten, im Urlaub oder zu Hause, nur diese paar Dinge brauche ich ... und natürlich einen "Partner".
Schach braucht keine Sprache, es ist international.
Ich bin froh dass ich Schach spielen kann (auch wenn meine Vereinskameraden dies manchmal heftig bestreiten ... jedenfalls das "Können"
)
by Peter Haserodt